Torgau

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Torgau, eine an dem Elbstrom gelegene Festung im preußischen Herzogthum Sachsen, von ungefähr 700 Häusern, und gegen 4000 Einwohnern, ohne die Besatzung.

Zuverlässig erscheint es erst als Stadt 1305, von welcher Zeit an die Markgrafen von Meißen dort oft ihren Sitz hatten. Im dreißigjährigen, so wie im Befreiungskriege 1813 litt Torgau viel. In dem letztern ward es vom König von Sachsen, nachdem Dresden seine Festungswerke verloren, zur Festung umgeschaffen, und das Zucht- und Armenhaus von da weggebracht. Nachdem es im Winter 1813 bis 1814 erst von den Sachsen, dann von den Preußen belagert worden, nahmen es die letztern ein.

Es hat fünf Kirchen, ein Lyceum und ein Schloß, Hartenfels genannt.

Hier verfertigten Luther und seine Freunde 1530 die torgauer Artikel, Grundlage der augsburgischen Confession; und das torgauische Buch, das gegen den Cryptocalvinismus gerichtet war, ward hier von mehr denn 8000 Geistlichen unterschrieben und publicirt.

Die Stadt ist der Sitz eines Rent-, Justiz-, Forst- und Postamts. In alten Zeiten war die Tuchmanufactur und Brauerei sehr beträchtlich, und das torgauer Bier berühmt; die Tuchmanufactur hat sich erhalten.

Der Elbhandel ist sehr beträchtlich, und hat in gewisser Artikeln Stapelrecht.


Quellen und Literatur.

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.