Louis-Marie Stanislas Fréron

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Freron, unvergeschlich zu Toulon.

Fréron, (L. S.) Sohn des Journalisten Freron, des Gegners von Voltaire und der philosophischen Secte, die er nach dem Tode seines Vaters selbst bestritt.

Er war in dem Kollegium Louis-le-Grand mit Robespierre erzogen worden und ward in der Revolution sein Freund, sein Nacheiferer und endlich sein Denunziant.

1789 fieng er an, den Volksredner herauszugeben, und ward ein Zunftgenoße Marats. Seit 1791 wagte es Freron, den Tod Ludwigs XVI. zu verlangen und zeigte sich nachher in der Municipalität, die den 10. August 1792 den Umsturz der Monarchie vollendete. Das Departement von Paris ernannte ihn im September zu seinem Deputirten bey dem Konvent, wo er den Tod Ludwigs votirte und bey seinen Sendungen in die Departements war es, wo Freron sich auf die revolutionärste Weise auszeichnete. Mit Barras ging er in die mittägigen Provinzen, theilte die ganze Thätigkeit seines Kollegen und zeigte überdieß einen unerschöpflichen Reichthum an Grausamkeit in seinem Briefwechsel und in seinem besondern Verfahren. Als sie in den ersten Tagen des Oktobers 1793 zu Marseille ankamen, setzten sie eine Kommission nieder, die alles Unheil dieser Stadt veranstaltete, die Schaffots aufrichtete, die Werkstätten zerstörte und die Handlung vernichtete. Später wüthete er zu Toulon.

Endlich kehrte Freron von seinem Prokonsulat zurück und wurde anfangs bey den Jakobinern als der Retter des mittägigen Frankreichs ausgerufen, und nach Heberts Sturz wälzte er das Unglück jener Gegenden auf die Hebertisten. Indeßen dauerte es nicht lange, so wurde er Robespierre verdächtig und von ihm aus dem Jakobinerklub gestoßen. Freron vereinigte nunmehr seine Kräfte mit den andern Terroristen, welche sich gleichfalls bedroht sahen, griff Robespierre an und trug viel zu seinem Sturze bey. Er war einer der Sechs, welche man den 28. Julius 1794 Barras an die Seite gab, um die Ueberwältigten hinrichten zu lassen, und ihre Partheygänger im Zaum zu halten.

Im Oktober 1795 befand er sich in Angelegenheiten einer Sendung in dem Departement der Rhônemündungen, wo er sich in einem empörenden Prunke zeigte.

Er war von Guyenne zum Deputirten dieser Kolonie bey dem Rath der 500 gewählt worden; allein diese Wahl wurde zurückgewiesen. 1799 ward er vom Direktorium zum Kommissär nach St. Domingo ernannt, ging aber nicht ab, sondern trat in die Direktion der Spitäler.

Bey der Expedition nach St. Domingo 1802 begleitete er den General Leclerc, erhielt nach des Präfects Bénézechs Tode dessen Stelle, hatte aber bald dasselbe Schicksal und unterlag in Folge einer sechstägigen Krankheit dem Einfluße des Klima.


Quellen und Literatur.

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.