Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel-Lüneburg

From NapoleonWiki
Jump to: navigation, search
Portrait des Herzogs von Braunschweig


Vorwort

„Einen jungen Helden will ich zur Welt bringen!“, so hatte die Herzogin Philippine Charlotte von Braunschweig ihrem Bruder, dem preußischen Kronprinzen Friedrich (Von 1712 bis 1786; als Friedrich II. von 1740 bis 1786 König von Preußen, besser bekannt als Friedrich der Große) kurz vor der Geburt des Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand geschrieben. Über diese zukünftige tragische Schlüsselfigur von 1806 finden sich in den Geschichtswerken nur kurze, nichtssagende Bemerkungen. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, daß sich die preußischen Historiker seiner etwas schämten!


Karl Wilhelm Ferdinands Jugend

Herzog Karl Wilhelm Ferdinand wurde am 9. Oktober 1735 als Sohn von Herzog Karl von Braunschweig- Wolfenbüttel-Lüneburg (1713-1780) und dessen Gemahlin der Prinzessin Philippine Charlotte von Preußen (1716-1801) im Schloß zu Wolfenbüttel geboren. Selbst der stolze Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. (1688-1740) war persönlich bei der Taufe seines Enkels zugegen. Die Eltern des späteren Herzogs von Braunschweig widmeten sich mit ganzer Hingabe der Erziehung ihrer insgesamt dreizehn Kinder (Sieben Söhne und sechs Töchter), zu der im Jahr 1742 der Abt Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem berufen wurde. Karl Wilhelm Ferdinand war neben seiner Schwester Anna Amalia der bedeutendste. Er erbte die kluge Berechnung und die Energie von seiner Mutter und von des Vaters Blut, dessen leidenschaftliches Temperament. Der junge Welfenprinz erhielt eine vielseitige Bildung; er sprach Französisch, Englisch und Italienisch. Er eignete sich wie sein berühmter Onkel, Friedrich dem Großen, dem er äußerlich ähnlich sah, eine reiche Kenntnis der französischen Literatur und Philosophie an und nahm, unähnlich seinem Onkel, in jüngeren Jahren tieferes Interesse an der modernen geistigen Bewegung in Deutschland. Von Jugend auf war der Erbprinz ein leidenschaftlicher Soldat. Sehr früh trat er in den braunschweigischen Heeresdienst, und wurde im Jahr 1752 bereits Hauptmann und Kompaniechef des braunschweigischen Leibregiments. Mit Begeisterung folgte er am 28. Mai 1753 einer Einladung seines großen Onkels König Friedrichs II. von Preußen zum Campement bei Spandau, und wurde im Jahr 1754 zum Oberstleutnant befördert. 1756 zum Oberst befördert kämpfte der nunmehrige Erbprinz Karl Wilhelm Ferdinand aufgrund seiner engen verwandtschaftlichen Beziehung zu Preußen und eines Subsidienvertrages, in dem das Herzogtum Braunschweig Truppen an Preußen zu Verfügung stellte, im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) gegen die Gegner Preußens.


Karl Wilhelm Ferdinand während des Siebenjährigen Krieges 1756-1763

In den folgenden Jahren verdiente sich Erbprinz Karl Wilhelm Ferdinand in dem preußischen Verzweiflungskampf im Westen gegen die französischen Heere seine Sporen. Sehr schnell wurde er der Stolz des preußischen Heeres. Von einer unerhörten Tapferkeit führte der früher sehr jähzornige Erbprinz Karl Wilhelm Ferdinand die Seinen den Degen in der Faust, in das mörderische Gewehrfeuer des Feindes. Wenn man ihn vor der Gefahr warnte, so sagte er: „Mein Vater hat noch mehr Söhne!“. Im Jahr 1757 Kommandeur des braunschweigischen Leibregiments und zum Generalmajor befördert, erstürmte Karl Wilhelm Ferdinand in der Schlacht bei Hastenbeck am 26. Juli 1757 an der Spitze seines braunschweigischen Leibregiments eine französische Batterie. Sein entschlossenes Eingreifen bereitete hier den Erfolg vor, der zweifellos errungen worden wäre, wenn der Oberbefehlshaber des englisch-preußischen Heeres, der Herzog Wilhelm August von Cumberland (1721-1765; dritter Sohn des Königs Georg II. von Großbritannien) nicht kopflos den Rückzug befohlen hätte, dem sich der verärgerte Erbprinz von Braunschweig anschließen mußte. Als dann an Stelle des persönlich tapferen aber militärisch unbegabten Herzog von Cumberland, Herzog Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel (1721-1792), preußischer Feldmarschall und der Onkel unseres Erbprinzen im Frühjahr 1758 den Oberbefehl gegen die Franzosen übernahm, begann für den jungen Karl Wilhelm Ferdinand ein Abschnitt von größten militärischen Erfolgen. Er widerstand dem Drängen und Drohen seines Vaters, die Armee zu verlassen. Durch einen kühnen Handstreich auf Hoya an der Weser am 23. Februar 1758 erwarb er sich die Anerkennung seines großen Onkels, Friedrichs des Großen. Tapfer und sogar sehr tollkühn, wurde er nicht zuletzt deswegen der Lieblingsneffe Friedrichs des Großen, der dem jungen Welfen Ende des Jahres 1759 sogar eine Ode widmete. Als er bald darauf den französischen Kommandeur von Minden, General Morangies zur Kapitulation zwang, ging sein Ruhm durch alle Munde. Trotzdem erschien schon in diesen Jahren ein Zwiespalt in dem Wesen des jungen Erbprinzen. Persönlich immer wieder bis zur Tollkühnheit getrieben und tapfer voller Heldenmut, schrak er oft vor größeren selbständigen Aufgaben zurück, so wie in der Schlacht bei Krefeld am 23. Juni 1758, als sein Onkel Herzog Ferdinand von Braunschweig einen vollständigen Sieg über die französische Armee unter Marschall Gaspard Herzog von Clermont-Tonnerre (1688-1781) errang. Im Jahr 1759 sehen wird Karl Wilhelm Ferdinand in Franken und Südthüringen. Er überrumpelte am 1. April 1759 Meiningen, und deckte seinem Onkel Herzog Ferdinand damit den Rücken. Am Tag der Schlacht von Minden am 1. August 1759 gegen den französischen General Jean Paul Timoleon de Cosse Herzog von Brissac (1698-1780) entsandt, der die Verbindungen der beiden französischen Marschälle Èrasme Marquis de Contades (1704-1795) und Victor Francois Herzog von Broglie (1718-1804) zu decken hatte, griff er die Franzosen im Rücken an und konnte so den Sieg noch vervollständigen. Einige Monate später errang der Erbprinz von Braunschweig bei Fulda am 30. Oktober 1759 einen Sieg über ein französisch-württembergisches Korps. Nach der preußischen Niederlage bei Maxen (20. November 1759) wurde er mit 9.000 Mann zu seinem Onkel dem preußischen König entsandt, und kämpfte von nun an erstmals einige Zeit unter dessen Augen. Friedrich der Große war ganz begeistert von seinem Neffen und äußerte sich zu seinem Vorleser de Catt: „Ich bin ganz entzückt von ihm, von seinen Talenten, seinem angenehmen Wesen“. Noch im Jahr 1759 wurde Erbprinz Karl Wilhelm Ferdinand zum Ritter des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler erhoben!

Friedrichs des Großen Vergleich seinen Neffen mit den größten Feldherren der vergangenen Zeiten gleichzusetzen, war es vor allem, der Karl Wilhelm Ferdinand weit über die deutschen Grenzen hinaus Berühmtheit verschaffte. Nachdem er im Jahr 1760 auf den westlichen Kriegsschauplatz zurückgekehrt war, focht der Erbprinz weiter unter dem Oberbefehl seines Onkels Feldmarschall Herzog Ferdinand von Braunschweig. In den letzten Jahren des Krieges zeigte sich auch das wechselhafte Kriegsglück. Karl Wilhelm Ferdinand fing sich bei Korbach am 10. Juli 1760 eine kleine Niederlage gegen den französischen Marschall von Broglie ein, konnte aber einige Tage später bei Emsdorf am 16. Juli 1760 seinen erfochtenen Sieg über ein sächsisches Korps unter Generalmajor von Glaubitz seinem Onkel Herzog Ferdinand melden. Eine größere Schlappe fing sich Erbprinz Karl Wilhelm Ferdinand am 30. August 1762 in der Schlacht bei Friedberg in Hessen ein, für die es keine Entschuldigung gab, und nur des Prinzen ungestümes und unüberlegtes Vorgehen maßgeblich zum Verlust der Schlacht führte. An diesem für den Prinzen sehr schwarzen Tag, dem 30. August 1762 griff dieser das beim heutigen Bad Nauheim auf dem Johannisberg nördlich von Friedberg in vorzüglich stehender Stellung französische Heer unter dem Prinzen Louis-Joseph von Condé (1736-1818) an. Unser Erbprinz wurde unter großen Verlusten (2.400 Mann) geschlagen, und nur das rasche Auftauchen von Herzog Ferdinand von Braunschweig verhinderte eine größere Niederlage des Erbprinzen. Der von Friedrich dem Großen so hochgelobte Karl Wilhelm Ferdinand stand nun erstmals im Kreuzfeuer der Kritik im preußischen Hauptquartier! Aber noch bevor der Krieg beendet war, konnte der Erbprinz einen letzten Sieg verbuchen. Er belagerte vom 16. Oktober bis 1. November 1762 erfolgreich Kassel, so daß zuletzt die noch 5.300 Mann zählende französische Garnison unter Befehl von Generalmajor Baron von Diesbach vor dem Erbprinzen von Braunschweig kapitulieren mußte. Schließlich kehrte Karl Wilhelm Ferdinand am Ende des Jahres 1762 in seine Heimat nach Braunschweig zurück.


Die Heirat mit Prinzessin Auguste von Großbritannien

Nachdem Karl Wilhelm Ferdinand im Jahr 1763 zum Generalleutnant der preußischen Armee befördert worden war, heiratete er am 16. Januar 1764 in London, wie lange für ihn geplant, seine ungeliebte Cousine, Prinzessin Auguste Friederike von Wales (1734-1813) die Schwester des Königs George III. von Großbritannien. Das Verhältnis der Ehegatten war konventionell und wahrte die höfischen Formen. Aus der Ehe gingen sieben Kinder (Drei Töchter und vier Söhne) hervor. Nach der Geburt des Thronerben dem Erbprinzen Karl Georg August am 8. Februar 1766 begab sich der nunmehr 31 Jahre alte Karl Wilhelm Ferdinand mit Gefolge auf eine 18 Monate dauernde längere Reise, die ihn durch Frankreich, die Schweiz und Italien führte, und ihn mit den geistigen Größen der verschiedenen Länder in nahe Verbindung brachte, so in der Schweiz mit dem berühmten Voltaire und in Rom mit Winckelmann. Während seines Italienaufenthaltes lernte Herzog Karl Wilhelm Ferdinand seine langjährige Mätresse Frau Branconi kennen. Aus diese Beziehung entspross ein unehelicher Sohn, der Graf von Forstenburg.

Auf dem Leben seiner ehelichen Kinder mit Prinzessin Auguste Friederike von Wales lag ein Verhängnis, der am 8. Februar 1766 geborene älteste Sohn Erbprinz Karl Georg August war fast blind. Persönlich liebenswürdig und gutmütig, blieb er geistig unselbständig. Seine beiden ihm im Alter folgenden Brüder Prinz Georg Wilhelm Christian (geb. 27. Juni 1769) und Prinz August (geb. 18. August 1770) waren gleichfalls blind und schwachsinnig. Lediglich der jüngste Sohn Friedrich Wilhelm (geb. 9. Oktober 1771) war im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, doch ließ sich sein ungebärdiges Temperament kaum zügeln. Nur die drei Töchter, Prinzessin Auguste Karoline Friederike Luise (geb. 3. Dezember 1764), Prinzessin Karoline Amalie Elisabeth (geb. 17. Mai 1768) sowie Prinzessin Amalie Karoline Luise Dorothee (geb. 22. November 1772) schienen von krankhaften Erbanlagen verschont geblieben zu sein. Sie waren beide von aufblühender Schönheit und wirkten frisch und gesund.


General der Infanterie in preußischen Diensten

Portrait des Herzogs von Braunschweig

Seit dem 18. Januar 1773 preußischer General der Infanterie und Chef des Infanterie-Regiments Nr. 21 (ehemals „von Schwerin“) in Halberstadt, welches bis 1806 den Namen des Herzog führte, nahm Erbprinz Karl Wilhelm Ferdinand 1778/79 am Bayerischen Erbfolgekrieg gegen Österreich teil. Während dieses Feldzuges mußte sich Karl Wilhelm Ferdinand eine Rüge des „Alten Fritz“ einstecken. Unter der Zucht Friedrichs des Großen fehlte es an Generalen, die zum Oberbefehl fähig waren. Nichts fürchteten seine Generäle mehr, als zu Befehlshabern detachierter Korps ausersehen zu werden! Bei Karl Wilhelm Ferdinand war schon während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) besonders im Jahr 1758 erkennbar, daß er vor umfassenden Operationen zurück schrak. Er erwies sich als unentschlossen, zauderte, scheute immer wieder die eigene Verantwortung bei großen, selbständigen Aufgaben. Obgleich Friedrich der Große mit der Führung des Erbprinzen von Braunschweig in diesem Feldzug nicht einverstanden war, setzte er weiter auf ihn unbedingtes Vertrauen. Die vielen Briefe, die zwischen Karl Wilhelm Ferdinand und seinem berühmten Onkel dem „Alten Fritz“ bis zu dessen Tode gewechselt wurden, zeugen von der großen Wertschätzung des großen preußischen Königs, der Karl Wilhelm Ferdinand erst Mitte Dezember 1782 zum Generalinspekteur der westfälischen Infanterie-Inspektion und nach dem Tod Salderns, am 4. April 1785 die Inspektion über die magdeburgische Infanterie übertrug. Als Ausbilder der Truppe im Frieden und als Organisator von großem Willen und Können, hatte der Herzog als Soldat sehr viel geleistet. Dabei benutzte ihn Friedrich der Große auch häufig zu diplomatischen Diensten. Diesem, seinem großen Onkel, unbedingt treu ergeben, schloß sich der Herzog dem Fürstenbund an. Nach Friedrichs des Großen Tod betrachtete man Herzog Karl Wilhelm Ferdinand allgemein als den ersten Feldherren seiner Zeit, ein Urteil, dem die Entwicklung der Dinge allerdings nicht Recht gegeben hat.


Karl Wilhelm Ferdinand wird regierender Herzog von Braunschweig

Am 26. März 1780 trat er für seinen verstorbenen Vater Herzog Karl die Regierung des Herzogtums von Braunschweig an. Als Landesvater war er wohlwollend, haushälterisch und immer auf das Beste seines Volkes bedacht. Die Regierung des Herzogs war Anfangs geschickt geführt. Erfolgreiche Reformen ließen das kleine Herzogtum Braunschweig aufblühen. Unter dem Einfluß von Abt Jerusalem und dem Pädagogen Campe war Herzog Karl Wilhelm Ferdinand ein echter aufgeklärter Fürst. Aber auch als Regent zeigte sich das, war wir während der Feldzüge im Siebenjährigen Krieg wie auch im Bayerischen Erbfolgekrieg auf militärischem Gebiet auszusetzen hatten. Karl Wilhelm Ferdinand verstand es, tüchtige Leute in seinen Dienst zu ziehen, so vor allem Hardenberg, den späteren preußischen Staatskanzler. Ebenso unermüdlich war er mit diesem bestrebt, das Schulwesen in seinem Lande zu verbessern. Trotz seiner umfassenden Tätigkeiten als regierender Herzog, widmete er sich mit Leib und Seele dem Staat und dem preußischen Heer seines großen Onkels. Seinen Untertanen gegenüber zeigte er sich leutselig, jedoch auch kaltherzig – etwa im Befehl, bei der Rückkehr der aus Finanznot an England verkauften 4.300 Mann braunschweigischen Soldaten Krüppel und Lahme in Nordamerika zurückzulassen (Diese fochten unter englischem Oberkommando an der Seite der britischen Kolonialarmee im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1776-1783). Während der Regierungszeit entwickelte sich der Herzog zu einem gewandten Diplomaten aber auch zu einem angepaßten, schwankenden Höfling mit wenig Rückgrat, der dazu neigte, sich im Urteil vorsichtig zurückzuhalten.

Es bleibt hier übrigens noch zu erwähnen, daß sich am 15. Oktober 1780 Herzog Karl Wilhelm Ferdinands Tochter Prinzessin Auguste Karoline Friederike Luise von Braunschweig mit dem Prinzen Friedrich von Württemberg (Von 1754 bis 1816; ab 1797 regierender Herzog, ab 1803 Kurfürst und ab 1806 als Friedrich I. König von Württemberg) vermählte. Jedoch gab das ungleiche Paar, Auguste war erst 16 Jahre alt und Prinz Friedrich 26, das an unüberbrückbaren Gegensätzen scheiterte. Friedrichs streng religiöse und zugleich moralische Grundsätze, seine Neigung zu Rechthaberei und seine Überlegenheit stießen sich an dem Temperament seiner noch kindlichen Gemahlin. Aus der Ehe die 1786 geschieden wurde, entsprang unter anderem am 27. September 1781 Prinz Friedrich Wilhelm Karl (1781-1864) genannt Wilhelm der später als König Wilhelm I. von Württemberg in die Geschichte einging, und sich während der Befreiungskriege gegen Napoleon im Jahr 1814 und 1815 besonders in Frankreich (La Rothiére, Montereau, La Fére Champenoise, Souffelweyersheim) als sehr fähiger Heerführer in der verbündeten Hauptarmee des Fürsten von Schwarzenberg seine Talente, besonders die als Reiterführer, hervorragend unter Beweis stellte.

Wie in vielen anderen Herrscherhäusern Europas verstand man auch im Haus Braunschweig sich mit anderen wichtigen herrschenden Dynastien mittels der Methode einer Heirat zu verbinden. Durch seine Mutter, die Prinzessin Philippine Charlotte von Preußen eine Schwester Friedrichs des Großen war Herzog Karl Wilhelm Ferdinand ein Neffe des berühmten „Alten Fritz“. Dadurch blieb der Herzog von Braunschweig auch mit den beiden nachfolgenden Königen Preußens, Friedrich Wilhelm II. und Friedrich Wilhelm III. eng verwandtschaftlich verbunden. Durch Karl Wilhelm Ferdinands Heirat mit Prinzessin Auguste Friederike von Wales wurde er zum Schwager des Königs George III. von Großbritannien! Nicht zu vergessen bleibt schließlich die Heirat seiner Tochter Auguste Karoline Friederike Luise mit dem zukünftigen Herrscher Württembergs, Prinz Friedrich von Württemberg. Dadurch war Herzog Karl Wilhelm Ferdinand der Schwiegervater (aus erster Ehe, denn Prinz Friedrich heiratete ein zweites Mal) des späteren von Napoleons Gnaden erhobenen König Friedrich I. von Württemberg. Eine Ironie des Schicksals war es, daß gerade Karl Wilhelm Ferdinands ehemaliger Schwiegersohn Friedrich von Württemberg ab 1805 in das Lager Napoleons trat, und ab 1806 seine württembergischen Truppen dem französischen Kaiser zum Kampf gegen Preußen zur Verfügung stellte!


Der Feldzug in Holland und Karl Wilhelm Ferdinands Ansehen in der Öffentlichkeit

Von Friedrich dem Großen acht Jahre lang nicht mehr befördert, glaubte dessen Nachfolger Friedrich Wilhelm II. (1744-1797) etwas gutmachen zu müssen, und beförderte Herzog Karl Wilhelm Ferdinand am 1. Januar 1787 zum Feldmarschall der preußischen Armee und zum Oberpräsidenten des Oberkriegskollegiums. Am 17. Juli 1787 erhielt er den Oberbefehl eines Korps von 20.000 Mann gegen Holland. Allerdings war dieser Feldzug gegen Holland 1787 bei dem der Herzog den Oberbefehl über die preußischen Truppen führte, kein Heldenstück. Trotz allem stieg das Ansehen des Herzogs weiter. König Friedrich Wilhelm II. von Preußen schenkte ihm als Anerkennung für seine Leistungen im holländischen Feldzug 12 erbeutete Geschütze, die durch ein besonderes Kommando von Wesel nach Braunschweig gebracht wurden. Die Prinzessin von Oranien ließ für die preußischen Offiziere die am Feldzug von 1787 teilnahmen sogar eine Medaille prägen. Im Jahr 1789 boten die Provinzen Brabant und Flandern welche im Aufstand gegen Österreich begriffen waren Herzog Karl Wilhelm Ferdinand an, sich an ihre Spitze zu stellen, aber dieser lehnte jedoch ab und blieb seinem Land treu. Nebenbei wirkte der Herzog sehr segensreich als oberster Kommandeur in Magdeburg, besonders in den Jahren 1788 und 1789, als zwischen den Magdeburger Vorstädten Neustadt und Sudenburg sowie den preußischen Regimentern Unstimmigkeiten wegen der Aushebung entstanden waren. Man bewunderte ihn nun als den Erben des „Alten Fritz“ und der friderizanischen Tradition. Die bedeutendsten Zeitgenossen beschäftigten sich mit ihm: Graf Honoré-Gabriel Riqueti Vicomte de Mirabeau (1749-1791) und Katharina die Große von Rußland, Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) und die Enzyklopädisten, das britische Kabinett, der Wiener Hof und die Männer der französischen Revolution.


Herzog Karl Wilhelm Ferdinand als preußischer Oberbefehlshaber gegen Frankreich 1792-1794

Bei Ausbruch des Ersten Koalitonskrieges gegen die junge französische Republik am 20. April 1792, wurde Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig mit 57 Jahren zum Oberbefehlshaber der verbündeten Hauptarmee Preußens und Österreichs ernannt. Seiner Verantwortungsscheue getreu, übernahm er den Kriegsauftrag mit großem Bedenken und ohne Glauben an den Sieg. Vor Beginn des Feldzuges 1792 gegen Frankreich sahen die öffentliche Meinung, Militärs und Diplomaten in Preußen und Österreich in Karl Wilhelm Friedrich den großen Strategen der Zeit. Umgekehrt lähmte dieser Glauben an seine Person seine stets schwache Tatkraft, weil er, voller Selbstzweifel, selber an sich zu glauben nicht imstande war. Dennoch war Karl Wilhelm Ferdinand wohl der einzige, der die Schwierigkeiten des Feldzuges gegen Frankreich erkannte, und vor dem strafbaren Leichtsinn, mit dem man in diesen ging, warnte. Trotzdem erließ er, beeinflußt von den wenig erfreulichen Emigranten, als Oberbefehlshaber der verbündeten Truppen, jenes unkluge und unheilvolle berühmte Manifest aus Koblenz vom 25. Juli 1792. Schon der erste Punkt des Manifestes mußte die Franzosen reizen. Noch schlimmer wirkten die späteren Ausführungen, in denen Herzog Karl Wilhelm Ferdinand gedroht hatte, Paris dem Erdboden gleich zu machen, wenn den Mitgliedern der königlichen Familie etwas zustoßen sollte und wenn sie nicht sofort in Freiheit gesetzt würden. Die Franzosen antworteten auf dieses Manifest mit der Marseillaise! Zweifellos war Herzog Karl Wilhelm Ferdinand in keiner beneidenswerten Lage. Die Politik aus Berlin und Wien trat jedem entscheidenden Handeln in den Weg. Von den beiden Verbündeten, Preußen und Österreich, traute keiner dem anderen. Methodisch und langsam ging der Herzog gegen Frankreich vor, mißtraute sich und seinen ihm unterstellten Streitkräften, und verlor schließlich den Blick über das Ganze.

Wiederum eigentlich eine Ironie des Schicksals: Seit dem Siebenjährigen Krieg erfreute sich Herzog Karl Wilhelm Ferdinand in Paris hohen Ansehens. Im Januar 1792 verhandelte sogar die republikanische Regierung in Paris, im Einklang mit König Ludwig XVI. (1754-1793) im Schloß von Braunschweig. Der zukünftige französische Revolutionsgeneral Adam-Philippe Custine (1740-1793) sollte den Herzog dafür zu gewinnen versuchen, entweder den Oberbefehl über die französische Armee anzunehmen oder zumindest das heillos zerrüttete französische Heer zu reorganisieren. Damals erregte es wenig Bedenken, einen deutschen Feldmarschall an die Spitze des französischen Heeres zu stellen. Das Pariser Angebot schmeichelte sehr wohl Karl Wilhelm Ferdinands hohen Ehrgeiz, doch er lehnte es schließlich ab, weil er sich des Erfolges nicht sicher sein konnte!

Doch zurück; die Verbündeten (45.000 Preußen, 30.000 Österreicher und 6.000 Mann des Landgrafen von Hessen-Kassel) waren den französischen Revolutionseinheiten weit überlegen. Sie begannen am 28. Juli 1792 von Koblenz aus den Vormarsch und blieben in Trier fast zwei Wochen wegen Verpflegungsschwierigkeiten (!) liegen. Die Paris deckenden Festungen Longwy und Verdun ergaben sich am 23. August bzw. am 2. September 1792. Für die fast 250 Kilometer von Koblenz nach Verdun brauchten die Verbündeten mehr als 30 Tage! Ihr Weg nach Paris schien nun offen, zumal die französischen Truppen im Rücken umgangen waren. Es folgte am 20. September 1792 nördlich von Chalons-sur-Marne die in der Weltgeschichte berühmte Kanonade von Valmy. König Friedrich Wilhelm II. drängte seinen Oberbefehlshaber bei Valmy zur Schlacht. Doch der Herzog von Braunschweig nutzte nicht die Gunst der Umstände. Er zögerte, wog allzu lange ab und wagte nichts mehr. Wider Erwarten gab er den angesetzten Angriff auf und damit den Sieg aus der Hand. Nach französischem Urteil hatte nur der ausbleibende Angriff ein Desaster der Franzosen verhindert. Die nächsten zehn Tage standen sich Verbündete und Franzosen einander untätig gegenüber. Beunruhigt durch unregelmäßige Verpflegungszufuhr und mehr und mehr aufkommende Ruhr, befahl der Herzog am 30. September 1792 den Rückzug! Die Unentschlossenheit des Herzogs war der Grund des furchtbaren Rückzuges, welcher nun auf Valmy folgte. Dieser Valmy-Rückzug war eine weltweite Sensation. Als die Kunde davon in Nordamerika eintraf, rief Generalmajor a. D. Friedrich Wilhelm von Steuben ungläubig aus: „Es ist eine von den Franzosen erfundene Lüge!“. Selbst als die Meldung bestätigt wurde, glaubte von Steuben, eine „diplomatische Intrige“ habe zu diesem blamablen Rückzug geführt! Am 13. Oktober 1792 wieder in Verdun angelangt, schloß der Herzog sogar, gegen Rückgabe der Festungen Longwy und Verdun, eine Konvention „behufs unbelästigten Rückmarsches über die Grenze“ ab. Nachdem die Französische Revolution die Volkskräfte entfesselte hatte, bekundete der Herzog- Oberbefehlshaber- und damit das alte Europa- mit der schwächlichen Kanonade von Valmy und Konvention vor aller Welt durch kampfloses Zurückweichen seine Hilflosigkeit vor dem schwachen Revolutionsheer. Der Rückzug der Preußen und Österreicher kam, infolge anhaltenden Regenwetters und um sich greifender Krankheiten, besonders der Ruhr, einer militärischen Katastrophe gleich. Bei den Franzosen erfolgte nach der Kanonade von Valmy und dem unerwarteten Rückzug ein riesiger moralischer Aufschwung, den die revolutionäre Legende schnell zu einem Sieg über die Verbündeten stempelte.

Auch 1793 war der preußische König mit der Führung des Herzogs unzufrieden. Wegen der polnischen Wirren verließ aber Friedrich Wilhelm II. die preußische Armee im Westen, begab sich auf den polnischen Kriegsschauplatz und übergab den Oberbefehl dem Herzog von Braunschweig. Alle preußischen Generäle im Westen wurden angewiesen, alle Befehle des Herzogs zu empfangen und diesen Folge zu leisten. Es ist sicherlich möglich, daß sich bereits schon in diesen Jahren die persönliche Rivalität des Erbprinzen Friedrich Ludwig von Hohenlohe-Ingelfingen (1746-1818) gegen Karl Wilhelm Ferdinand richtete, der ebenfalls als General in der preußischen Armee diente. Vorerst konnte der Herzog große Erfolge verbuchen; In der Schlacht bei Pirmasens am 14. September 1793 schlug Karl Wilhelm Ferdinand das französische Armeekorps der Vogesen unter General René Moreaux (1758-1794) in die Flucht und fügte ihnen einen Verlust von über 2.000 Mann, 19 Kanonen und 29 Munitionswagen bei, bei übrigens einem Eigenverlust von nur 167 Mann! In der ersten Schlacht von Kaiserslautern vom 28. bis 30. November 1793 errang er noch einen größeren Sieg über die französische Mosel-Armee unter General Lazare Hoche (1768-1797). Die französische Armee verlor über 2.400 Tote und Verwundete, 700 Gefangene, zwei Geschütze und eine Fahne. Leider führte der Herzog von Braunschweig hierbei eine passive Strategie, und verfolgte seinen schwer angeschlagenen Gegner nicht, sondern blieb regungslos in seiner Verteidigungsstellung um Kaiserslautern stehen. Diese starren Maßnahmen brachten Karl Wilhelm Ferdinand große Kritik aus dem preußischen Offizierskorps, vor allem von Seiten der beiden Generalleutnants Erbprinz von Hohenlohe-Ingelfingen und Friedrich Adolf Graf von Kalckreuth (1737-1818). Obgleich der Herzog von Braunschweig zunächst während des Sommers und Herbstes 1793 sehr glücklich gegen die französischen Truppen agierte, traten Ende des Jahres verschieden Rückschläge ein; so der mißlungene Sturmangriff auf Bitsch (Bitche) am 17. November 1793 und vor allem die Niederlage seines Verbündeten des österreichischen Generals Graf von Wurmser im Dezember 1793 an den Weißenburger Linien die diesen zwang, wieder über den Rhein zurückzugehen. Der Herzog Karl Wilhelm Ferdinand mußte seinem österreichischen Kollegen folgen, und die Stimmung gegen ihn (darunter vor allem Generalleutnant Erbprinz von Hohenlohe-Ingelfingen, Generalleutnant Graf von Kalckreuth und Generalmajor von Rüchel) wuchs zunehmend. Karl Wilhelm Ferdinand fühlte dies, glaubte sich zurückgesetzt und mißachtet und legte, tief verstimmt am 4. Februar 1794 den Oberbefehl über die preußischen Truppen nieder, den sogleich der alte Feldmarschall Wichard Joachim Heinrich von Möllendorf (1724-1816) erhielt.


Herzog Karl Wilhelm Ferdinand im Dienst des preußischen Königs 1794-1806

Verbittert zog sich der Herzog nach Braunschweig in die Einsamkeit zurück. Er wollte sogar sein Infanterie-Regiment abgeben, doch der preußische König Friedrich Wilhelm II. lehnte dieses Gesuch ab. Wenn auch der Herzog seine Entlassung selbst erbeten hatte, war es ihm doch sehr schwer gefallen, sich ruhmlos vom Schauplatz zurückzuziehen. Massenbach erzählte, daß der Herzog beim Abschied von der Armee ausgerufen habe: „So muß Ich endigen, das hat man für alle Mühe und Arbeit!“. Am 29. Januar 1796 legte der Herzog auch die Generalinspektion über die magdeburgischen Regimenter nieder, die für ihn der Generalleutnant von Thadden übernahm, bis er sich Ende 1799 bereit fand, dies Inspektion doch wieder selbst zu übernehmen. Nach der Eroberung Hollands durch die französische Armee, bat der König von England und auch die Vereinigten Niederlande den Herzog, dort den Oberbefehl zu übernehmen. Aber er lehnte wieder ab. Dagegen nahm er nun mit dem General von Bischoffwerder, dem Vertrauten König Friedrich Wilhelms II. Kontakt auf und versuchte vergeblich, den König vom Sonderfrieden zu Basel zurückzuhalten. Am 23. Mai 1796 übertrug ihm der König die Führung eines Armeekorps zur Deckung der Demarkationslinie in Westfalen, bestehend aus 8 Infanterie-Regimentern, 7 Füsilier-Bataillonen, 1 Fußjäger-Bataillon, 1 Husaren- und 4 Kürassier-Regimentern sowie 2 Batterien. Als Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) im Jahr 1797 den preußischen Thron bestieg, ließ dieser den Herzog in den ersten Regierungstagen nach Berlin rufen. Der erste Brief, den Friedrich Wilhelm III. nachdem er die Regierung angetreten hatte, schrieb, war an Herzog Karl Wilhelm Ferdinand gerichtet und zeigte so recht das volle Vertrauen, das auch dieser neu preußische König dem Herzog entgegenbrachte. Von nun an war der Herzog häufig in der näheren Umgebung des Königs und wirkte entscheidend bei den Entschlüssen mit, die zu der Katastrophe von 1806 führten. Er war ein erbitterter Gegner der Versuche einer Allianz zwischen Frankreich und Preußen, die um die Jahrhundertwende sehr stark waren. Im Jahr 1803 wurde er das erste Mal nach St. Petersburg entsandt, um ein freundliches Verhältnis zwischen Rußland und Preußen anzubahnen. Bei der Mobilmachung von 1805 wurde er durch den Befehl des preußischen Königs am 3. Oktober 1805 zum Oberbefehlshaber des preußischen Heeres ernannt. Der Neujahrswunsch von 1806 den der preußische König dem Herzog sandte, zeigte erneut, welch große Stücke dieser von dem Herzog hielt. Am 14. Januar 1806 ging Karl Wilhelm Ferdinand abermals nach Rußland; Oberst von Kleist und Oberstleutnant von Krusemark befanden sich in seiner Begleitung. Es galt, den Verdacht eines völligen Zusammengehens Preußens mit Napoleon in St. Petersburg zu beseitigen. Zuversichtlich und voller Verantwortung übernahm der damals 70jährige Herzog in schlechter Jahreszeit diesen Auftrag. Zar Alexander I. selbst war des Lobes voll, und es steht fest, daß die Sendung des Herzogs vom Januar bis März 1806 nach St. Petersburg das so viele Jahre bestandene enge Einvernehmen Preußen-Rußland, das nur vorübergehend 1807 gestört wurde, vorbereitet hatte.


Der Krieg gegen Frankreich 1806 – Das Schicksal des Herzogs erfüllt sich

Ein neuer europäischer Konflikt, der sich seit dem Frühsommer 1806 abzeichnete, ging vom Berliner Hof aus, an dem Männer maßgeblichen Einfluß gewannen (Die sogenannte Kriegspartei), die den bisherigen preußischen Friedenskurs mißbilligten und sich für eine Politik aussprachen, die dem ungestümen Machtstreben Napoleons Einhalt gebot. Die bedeutendsten Vertreter dieses Kreises waren Prinz Louis Ferdinand von Preußen (Von 1773 bis 1806;Vetter des preußischen Königs), Erbprinz Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau (Von 1772 bis 1844; Schwager des preußischen Königs), die Generalleutnants Ernst Philipp von Rüchel (1754-1823) und Gebhard Lebrecht von Blücher(1742-1819), die Generalstabsoffiziere Oberst Gerhard Johann David von Scharnhorst (1755-1813) und Oberst Ernst von Phull (1779-1866) sowie Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr von Stein (1757-1831) und (allerdings behutsam) Minister Karl August von Hardenberg (1750-1822). Sie konnten sich auf die Sympathie der Königin Luise von Preußen (1776-1810) stützen und wußten sich mit der Ansicht des Offizierskorps einig.

Als Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig von der vom preußischen König am 9. August 1806 befohlenen Teilmobilmachung gegen Frankreich erfuhr, war er peinlichst berührt und zugleich erschrocken. Der weder körperlich hinfällige noch geistig geschwächte Herzog von Braunschweig weigerte sich zunächst krampfhaft, den Oberbefehl über die preußische Armee zu übernehmen. Soeben hatte Karl Wilhelm Ferdinand einen schweren privaten Schicksalsschlag erlitten: denn er verlor die Frau, die sein Wesen ganz erfaßte und seine Seele ganz erfüllte, Luise von Hertefeld, die seit 1768 in seiner dauernden Umgebung war. Erst auf Bitten der Gemahlin der Königin Luise von Preußen, erklärte sich Karl Wilhelm Ferdinand zur Übernahme des Oberbefehls bereit. Sein Entschluß den Oberbefehl zu übernehmen, war wieder auf sein großes Pflichtbewußtsein zurückzuführen, und dennoch wurde es ihm diesmal zum Verhängnis.

Preußen blieb zwangsläufig nach Eröffnung der Feindseligkeiten zunächst auf die Schlagkraft seines eigenen Heeres angewiesen, und auf die seiner beiden Verbündeten auf deutschem Territorium — dem Kurfürstentum Sachsen und dem Herzogtum Sachsen-Weimar. Alle anderen deutschen Staaten, die noch nicht dem von Napoleon geschaffenen Rheinbund angehörten, lehnten es ab, an einem Waffengang gegen Frankreich teilzunehmen. Das traf auf Hessen-Kassel — den Verbündeten von 1805 — ebenso zu (Kassel wollte nur so lange neutral bleiben, bis die Entscheidung auf dem Schlachtfeld gefallen war — dann gedachte es, sich dem Sieger anzuschließen) wie auf die Mecklenburger Lande, die Hansestädte und die thüringischen Kleinstaaten. Neutral blieb sogar Karl Wilhelm Ferdinands Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel, welcher in grotesker Zweiteilung als preußischer Feldmarschall den Oberbefehl im bevorstehenden Krieg übertragen bekam, ihn erst ablehnte und dann auf Bitten von Königin Luise von Preußen letztendlich doch übernahm. Um seine Neutralität als Souverän vor den Augen Frankreichs zu demonstrieren, lehnte der Herzog im August 1806 den Wunsch seines obersten Kriegsherrn ab, in Berlin einen Operationsplan zu entwerfen. Noch im Jahr zuvor hatte Herzog Karl Wilhelm Ferdinand den Plan für eine eventuelle Teilnahme Preußens am Dritten Koalitionskrieg erarbeitet. König Friedrich Wilhelm III. mußte deshalb Generalleutnant von Rüchel sowie die Obersten von Phull und von Scharnhorst zu Planungen in die herzogliche Residenz nach Braunschweig entsenden!

König Friedrich Wilhelm III. hoffte, der Herzog werde den Sieg schnell an die preußischen Fahnen heften. Doch Karl Wilhelm Ferdinand war abgespannt, müde, sichtlich resigniert. Wenn der französische Kaiser sagte: „Im Krieg sind die Menschen nichts, ein Mann ist alles!“ so wußte der Herzog, daß er nicht dieser „Mann“ ist. Er fühlte sich und Preußens Armee der neuen modernen und vernichtenden Kriegsführung seines großen Gegners Napoleon nicht gewachsen. Daher ließ er auch sein Herzogtum Braunschweig neutral bleiben, so daß die braunschweigischen Truppen am Krieg von 1806/07 nicht teilnahmen. Wieder traf den alten Herzog ein persönlicher Schicksalsschlag; Im Hauptquartier zu Naumburg erfuhr er daß sein ältester Sohn, der sehbehinderte und Geistesschwache Erbprinz Karl Georg August am 20. September auf dem Lustschloß Antoinettenruh bei Wolfenbüttel kinderlos verstorben war. Des Herzogs einzige Hoffnungen auf den Erhalt seiner Dynastie lagen in seinem jüngsten Sohn, Prinz Friedrich Wilhelm welcher zu dieser Zeit als Generalmajor bei der Avantgarde-Division der preußischen Hauptarmee unter dem Befehl des Generalleutnants Karl August Herzog von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757-1828) stand.

Inzwischen hatte die Mobilmachung Preußens Napoleon zu Raschen Gegenmaßnahmen veranlaßt. In Eilmärschen zog er seine über ganz Süddeutschland verteilten und in Kantonements lagernden französischen Armeekorps zusammen. Das von Herzog Karl Wilhelm Ferdinand geführte Heer sammelte sich in Thüringen um nach Süden vorzustoßen und die Streitkräfte der Rheinbundstaaten zu zerschlagen, ehe die französische Armee ihre volle militärische Macht zu entfalten vermochte. Doch der preußische Vormarsch kam bald ins Stocken. Napoleon welcher ungleich rascher als die Preußen annahmen, ein starkes Heer zu seiner Verfügung hatte, nutzte mit seiner beweglichen Kriegsführung alle sich ihm bietenden Vorteile.


Oberbefehlshaber der preußischen Armee im Kampf gegen Napoleon

Herzog Karl Wilhelm Ferdinand nach 1792 nun zum zweiten Mal Feldherr wider Willen, hing düsteren Gedanken nach und schien sich sicher, diesen Krieg nicht zu überleben. Bezeichnend für Preußens Oberkommando war allerdings die Tatsache daß von allen 1806 vorhandenen höheren Militärführern Preußens, der Herzog von Braunschweig trotz immer wieder bewiesener gelähmter Tatkraft, noch der geeignetste Mann für den Posten des Oberbefehlshabers war! Graf Alfred von Schlieffen urteile 1906 folgend: Um den Herzog bildete sich ein Kriegsrat von wenig erfahrenen und wenig sachverständigen Männern, die sich um so ungebundener in phantastischen Plänen ergehen konnten, als sie für deren Ausführung die Verantwortung nicht zu tragen brauchten. Dieses Urteil von Schlieffens ist noch vornehm formuliert. Treffender urteilte der alte Reitergeneral Blücher in seiner kuriosen, schon damals bespöttelten Rechtschreibung, allerdings wesentlich derber: „der König sei von einer boshaften Rotte niederer Faultiere“ umgeben! Ebenso spielten auch alte Eifersüchteleien die noch bis in die Tage der Rheinfeldzüge von 1793/94 zurückgingen im preußischen Oberkommando eine große Rolle; so z.B. das sehr abgekühlte Verhältnis zwischen Herzog Karl Wilhelm Ferdinand und seinem persönlichen Rivalen den nunmehrigen Fürst Friedrich Ludwig von Hohenlohe-Ingelfingen (1746-1818), welcher wie die beiden anderen Bekannten aus den Tagen der Rheinfeldzüge 1793/94 Generalleutnant Ernst Philipp von Rüchel und General der Kavallerie Friedrich Adolf Graf von Kalckreuth nach mehr Eigenständigkeit ihren Kommandos verlangten, denn alle drei waren sie ja dem Oberbefehl des Herzogs unterstellt!

Man kann sich dem Eindruck nicht verschließen, daß die Anwesenheit des preußischen Königs mit seinem Beraterstab die Situation im preußischen Hauptquartier nur noch weiter komplizierte. Friedrich Wilhelm III. hatte beim Eintreffen in Naumburg am 23. September die oberste Befehlsgewalt über alle preußischen Streitkräfte nominell übernommen. Diesen Schritt begrüßte namentlich der entscheidungsscheue Herzog Karl Wilhelm Ferdinand, enthob er ihn doch letztendlich Verantwortung in schwerwiegenden Fragen. Bis zum Beginn der Operationen kam es zu keinem eigentlichen Operationsplan. Verschiedene Aufmarschpläne wurden tagelang erörtert, ohne Entscheidung! Unstimmigkeiten zwischen Herzog Karl Wilhelm Ferdinand mit dem Generalquartiermeister der Hauptarmee Oberst von Scharnhorst und Schwierigkeiten mit dem wenig erfreulichen Quartiermeister der Armeeabteilung des Fürsten von Hohenlohe-Ingelfingen dem Oberst Christian Karl August Ludwig von Massenbach (1758-1827) bereiteten den kommenden Mißerfolg vor. Der schwankende Herzog von Braunschweig schob seinem unentschlossenen König die Verantwortung zu. So herrschte im preußischen Hauptquartier die unglaublichste Verwirrung!

Inzwischen hatte der Herzog von Braunschweig als Oberbefehlshaber der preußischen Armee den von seinem König Friedrich Wilhelm III. dann doch noch halbherzig begonnenen Feldzug zögernd und mit vielen anstrengenden Hin- und Hermärschen im Thüringer Wald übernommen. Da traf die erste Schreckensmeldung im preußischen Hauptquartier ein! Am 10. Oktober 1806 hatte Napoleons Marschall Lannes bei Saalfeld die Vorhut-Division der preußischen Armeeabteilung des Fürsten Friedrich Ludwig von Hohenlohe-Ingelfingen unter dem Generalleutnant Prinzen Louis Ferdinand von Preußen unter geringsten Eigenverlusten auseinandergesprengt! Der tapfere Hohenzollernprinz Louis Ferdinand, die Seele der Berliner Kriegspartei, fiel in diesem Gefecht während einer Kavallerieattacke im Zweikampf mit dem französischen Wachtmeister Guindet vom 10. Französischen Husaren-Regiment.

Als die Niederlage von Saalfeld am 10. Oktober 1806 und der Tod des bei den preußischen Truppen allseits beliebten Prinzen Louis Ferdinand im preußischen Heerlager bekannt wurde, setzte Unruhe und Schrecken bei den Mannschaften ein. Aber nicht allein unter den Mannschaften sank die Kampfmoral, auch das Offizierskorps wurde davon betroffen. Innerhalb der führenden Ränge trat die bisher latente Opposition zum Herzog von Braunschweig deutlicher zutage. Nach Gneisenau hielt man den Herzog zunehmend für altersbedingt unentschlossen und zudem mit „Feldherrnunglück“ befleckt. Auch kam Graf von Kalckreuths alte Gegnerschaft gegen den Herzog von Braunschweig, in diesen Oktobertagen in wenig erfreuliche Weise zum Durchbruch. Eine Abordnung der verdrossenen Offiziere suchte am Abend des 11. Oktober sogar General von Kalckreuth als dienstältestem Korpskommandeur mit dem Ersuchen auf, beim König wegen der Ablösung des Herzogs vorstellig zu werden! Das war ein in der preußischen Armee unerhörter Vorgang! Kalckreuth, der bisher permanent Kritik an den Maßnahmen Braunschweigs geübt hatte, lehnte aber eine Intervention als aussichtslos ab. Der ohnehin unsichere König hätte zu diesem Zeitpunkt kaum einen Wechsel im Oberbefehl vorgenommen. Der Monarch und sein Feldmarschall ritten vielmehr am Vormittag des 12. Oktober einträchtig ins Lager des Heeres des Fürsten von Hohenlohe-Ingelfingen vor Jena!

Ungerecht, wie die sogenannte öffentliche Meinung in Zeiten gewaltiger Erregung immer ist, hatte sie die Schuld des Versagens ausschließlich auf den Oberbefehlshaber geworfen! Wenn der Herzog von Braunschweig im Feldzug von 1806 die Schuld des Versagens zur Last gelegt werden darf, so war der permanent am Herzog Kritik übende General Graf von Kalckreuth 1806 gleichfalls ein noch vollkommenerer Versager! Der Auffassung des preußischen Offizierskorps entsprach es nicht, daß im Augenblick der Hochspannung ein General sich dazu hergab, Meinungen untergebener Offiziere über die Fähigkeiten des Oberbefehlshabers entgegenzunehmen. Ein Scharnhorst oder Gneisenau hätten diese Offiziere gewiß unter Arrest stellen lassen, doch von einem Graf von Kalckreuth, dessen Eitelkeit geschmeichelt wurde, konnte man das nicht erwarten. Das bewies auch sein Verhalten am 14. Oktober 1806 in der Schlacht bei Auerstedt, welches von allen früheren Militärschriftstellern, besonders von Clausewitz, mit Recht scharf getadelt worden ist.


Die Schlacht bei Auerstedt am 14. Oktober 1806

Nur vier Tage nach dem Unglück von Saalfeld brachte Napoleon dem völlig veralteten und in der friderizanischen Taktik vorgehenden preußischen Heer in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt eine vernichtende Niederlage bei (Anmerkung: Obwohl diese Kämpfe bei Jena und Auerstedt in der Geschichte die Bezeichnung „Doppelschlacht“ erhalten hatten, sind sie doch als zwei voneinander getrennte Waffengänge zu betrachten, die zufällig zeitgleich geführt wurden. Bei Jena stieß Napoleon selbst mit großer Übermacht auf die beiden kleineren preußischen Armeeabteilungen des Fürsten von Hohenlohe-Ingelfingen und des Generalleutnants von Rüchel, während bei Auerstedt Napoleons tüchtiger Marschall Davout mit seinem III. Armeekorps mit etwa 25.200 Mann und 44 Geschützen auf die gesamte vom Herzog von Braunschweig geführte preußische Hauptarmee mit insgesamt etwa 53.250 Mann und 163 Geschütze traf.).

Zu Beginn der Schlacht von Auerstedt am 14. Oktober 1806 ritt Herzog Karl Wilhelm Ferdinand persönlich wie immer tapfer in die vorderste Gefechtslinie vor, um sich über die Lage zu orientieren und die Truppen zum Vorgehen anzufeuern persönlich nach vorn. Wie vor vier Tagen der junge Hitzkopf Louis Ferdinand von Preußen bei Saalfeld vergaß auch der alte, erfahrene Heerführer, daß er nicht in vorderster Frontlinie zu stehen, sondern die Schlacht als Ganzes zu leiten hatte. Im Gefechtsbereich des preußischen Grenadierbataillons von Hanstein etwa 500 Meter vor Hassenhausen – an der Stelle, an der später ein Gedenkstein gesetzt wurde – ist der Herzog von Braunschweig gegen 9 Uhr von einer Kugel getroffen worden, die ihm von der rechten Seite des Kopfes durch die Stirnhöhle zur linken drang und zur sofortigen Erblindung und zeitweisen Bewußtlosigkeit führte. Er stürzte hierbei vom Pferd, sofort sprangen einige preußische Soldaten hinzu und führten den Herzog vom Schlachtfeld in das Dorf Auerstedt, wo man ihn zunächst notdürftig verband. Gedeckt von einem kleinen aufopferungsbereiten Gefolge, in diesem als ortskundiger Führer der Auerstedter Fleischer Adam Krippendorf und der Regimentsarzt Dr. Völker unter Kommando von Karl Wilhelm Ferdinands treuem Adjutanten dem Oberst von Kleist –wurde der Herzog in einer abenteuerlichen Flucht vor der französischen Gefangenschaft bewahrt und über Buttstädt, Kölleda, Angerhausen und Blankenburg nach Braunschweig transportiert wo er am 20. Oktober 1806 ankam.

Der verwundete Herzog von Braunschweig wird vom Schlachtfeld bei Auerstedt evakuiert


Der Tod des Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig

In Braunschweig fand Karl Wilhelm Ferdinand seine Familie nicht mehr anwesend. Seine Gemahlin Auguste, seine Schwester, die Äbtissin von Gandersheim, seine beiden Söhne Prinz Georg Wilhelm Christian und Prinz August hatten sich nach Rostock, die Erbprinzessin nach Schwerin, die Herzogin Marie (die Frau seines jüngsten Sohnes Prinz Friedrich Wilhelm dem späteren „Schwarzen Herzog“) mit ihren Söhnen eiligst nach Stralsund begeben. Am 21. Oktober 1806 traf dann schließlich sein jüngster Sohn Prinz Friedrich Wilhelm auf dem Rückzug der preußischen Armeeabteilung Blücher in Braunschweig ein. Ungeachtet seiner großen Leiden und die Sorge um sein Land und den geliebten jüngsten Sohn, fertigte der Herzog eine Urkunde an, kraft welcher Friedrich Wilhelm die Regierungsnachfolge des Herzogtums Braunschweig überlassen wurde. Gleichzeitig stellte Herzog Karl Wilhelm Ferdinand an Napoleon die briefliche Bitte, sein Land zu schonen, da dieses selbst neutral geblieben und er nur als Feldmarschall am Krieg teilgenommen hatte. Aber höhnisch lehnte der französische Kaiser ab, dessen Bescheid war: „Das Haus Braunschweig hat aufgehört zu regieren!“, und das ehemalige Herzogtum wurde nun dem neu errichteten Königreich Westfalen unter der Regierung von Napoleons jüngstem Bruder Jeromé Bonaparte einverleibt. So mußte der schwerverwundete Herzog am 25. Oktober 1806 von Braunschweig aus weiter fliehen. Er wollte durch die Lüneburger Heide nach Harburg um in Holstein ruhig zu sterben. In Ottensen einem Dorf bei Altona erreichte ihn am 10. November 1806 der Tod. Der Herzog wurde am 23. November 1806 in der Kirche von Ottensen beigesetzt und im Jahr 1814 nach der Residenz Braunschweig überführt. Dort ruht er im Dom neben seinen großen welfischen Vorfahren. Auch König Friedrich I. von Württemberg der 1806 als Verbündeter Napoleons in den Krieg gegen Preußen zog, war nach der Nachricht vom Tod des Herzogs von Braunschweig sehr tief über das Schicksal seines früheren Schwiegervaters betroffen.

Zu Lebzeiten neben Friedrich des Großen gestellt und als weiser Staatsmann gepriesen, sah ganz Europa in ihm den großen Soldaten und Feldherrn. Gewiß hatte Herzog Karl Wilhelm Ferdinand große Gedanken, die er in Schriften niederlegte, aber ihm fehlte schon im Frieden die Kraft, die teilweise guten Ideen durchzuführen. Er hörte viel zu viel auf andere. Eine innere Unsicherheit und Schwäche führten oft zu einer gewissen Angst vor der Verantwortung. Ihm fehlte die Kraft, ohne die dem Soldaten alle anderen Gaben nutzlos waren, ihm fehlte der feste eiserne Wille. Dazu kam, daß eine neue Zeit hervorgerufen durch die Französische Revolution, auf militärischem und politischem Gebiet mit Gewalt zum Durchbruch kam. So liegt eine große Tragik im Leben dieses ungewöhnlichen Menschen und Soldaten. Für Preußen hat er aus innerster Überzeugung, weil er nur in ihm die Erneuerung Deutschlands sah, alles hingegeben: seinen Ruhm, seine Kraft und zuletzt sein Leben!


Quellen und Literaturverzeichnis

  • Chandler, David G.: "Jena 1806" in Osprey-Publishing, Campaign Series No. 20; 1996
  • Großer Generalstab, Kriegsgeschichtliche Abteilung II. (Hsg): "1806. Das Preußische Offizierskorps und die Untersuchung der Kriegsereignisse"; Berlin 1906
  • Haythornthwaite, Philip J. : "Who was Who in the Napoleonic Wars"; London 1998
  • Lettow-Vorbeck, Oskar von: "Der Krieg von 1806 und 1807" Bd. 1-4; Berlin 1891-1896
  • Palmer, Alan: "An Encyclopaedia of Napoleon´s Europe"; London 1998
  • Pope, Stephen: "Dictionary of Napoleonic Wars"; London 1999
  • Sauer, Paul: "Der schwäbische Zar – Friedrich – Württembergs erster König"; Stuttgart 1984
  • Steiger, Günther: "Die Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806"; Cospeda 1981
  • Stern, Selma: "Karl Wilhelm Ferdinand Herzog von Braunschweig und Lüneburg"; Hildesheim/Leipzig 1921
  • Sprößer: "Deutschlands Heerführer 1640-1894" ; Nachdruck Deutscher Militärverlag 1988


Autor/en

Jens-Florian Ebert