Fort-Louis

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Fort Louis, jezt auch Fort Vauban, eine wichtige Französische Festung, in Niederelsaß, auf der Insel Giessenheim, im Rhein, zwischen Stolhofen und Rastadt, Hagenau gegenüber. Sie besteht aus drey Theilen. 1) dem Städtchen mit 1,182 Einwohnern südlich von der Festung. 2) dem eigentlichen Fort auf dem nördlichsten Theil der Insel, welches bombenfeste Kasematten und Kasernen hat, und 3) aus dem Fort Alsace, welches die Brücke gegen Elsas deckt; auf die Deutsche Seite geht keine Brücke. Dieser Werke wurden 1686 durch Vauban aus den Steinen des Hagenauer Schlosses angelegt, und die Festung blieb auch in den folgenden Friedensschlüssen bey Frankreich. 1793 wurde sie von den Oesterreichern nach einer kurzen Belagerung eingenommen, die Besazung von 4000 Mann zu Kriegsgefangenen gemacht, 110 Kanonen xc. weggeführt, und dann die Werke gesprengt. Sie sind aber in der Folge von den Franzosen wieder hergestellt worden.


Von Reisende.

Christian Ulrich Detlev von Eggers

[1798]
Drei Stunden von Rastadt, dem Kirchdorf Sellingen gegenüber, das eine Stunde vor Stollhofen rechts weit von der Landstraße liegen bleibt, sieht man sehr deutlich die Ueberbleibsel von Fort Louis. Diese einst so fürchterliche Festung lag auf einer Insel im Rhein. Sie ward von den Oesterreichern in dem Revolutionskriege erobert. Nachher sprengten sie selbst die Festungswerke; einige sagen, weil die Festung sich doch nicht behaupten ließ, andere, weil eine üble Laune des kommandirenden Generals es so wollte. Du erräthst leicht, daß ich eine kleine Abschweifung dahin machte: ich hatte noch nie gesprengte Festungswerke gesehen. Es sind fürchterliche Ruinen. Man muß die Macht des Pulvers kennen, um zu begreifen, wie Felsstücke in einem Moment auseinander springen können, welche uns fast als das Werk von Jahrhunderten erscheinen. Die französische Schildwache, die ich dort fand, gab mir eine sehr anschauliche Beschreibung von dieser Zerstörung. Auch in der ganzen Gegend erinnerte sich jedermann noch lebhaft des schrecklichen Getöses. Es soll stärker gewesen seyn, als der Schall des heftigsten Bombardements.


Quellen und Literatur.

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
  • Bemerkungen auf einer Reise durch das südliche Deutschland, den Elsaß und die Schweiz in den Jahren 1798 und 1799 von C. U. D. von Eggers, königlich-dänischem Legationsrath und Deputirten im Finanz-Collegio. Kopenhagen, 1801. Bei Christian Georg Prost.